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<ContentObject Type="LibObject"><MetaData><General Structure="Hierarchical"><Identifier Catalog="ILIAS" Entry="B1"/><Title Language="de">Beispieldokument für DigiBib</Title><Language Language="de"/><Description Language="de">Deutsche Übersetzung aus dem lateinischen mit Einleitung und Erläuterung von Friedrich Spiro</Description><Keyword Language="de"> politische Philosophie</Keyword><Keyword Language="de">Cicero</Keyword><Coverage Language="de">Rom, Antike</Coverage></General><Lifecycle Status="Draft"><Version Language="de">1</Version><Contribute Role="Creator"><Entity>Alexandra Tödt</Entity><Date>03-02-25</Date></Contribute></Lifecycle><Technical Format="text-xml"><Size>199</Size><Location>location</Location></Technical></MetaData><StructureObject><MetaData><General Structure="Hierarchical"><Identifier Catalog="ILIAS" Entry="B2"/><Title Language="de">ChapterTitle</Title><Language Language="de"/><Description Language="de">ChapterDescription</Description><Keyword Language="de">none</Keyword></General></MetaData><PageObject><MetaData><General Structure="Hierarchical"><Identifier Catalog="ILIAS" Entry="B3"/><Title Language="de">PageTitle</Title><Language Language="de"/><Description Language="de">none</Description><Keyword Language="de">none</Keyword></General></MetaData><PageContent><Paragraph Language="de">Mein lieber  Brutus!
(I. 1) Als ich von den Arbeiten vor Gericht und der Amtstätigkeit im Senat endlich befreit war –wenn auch nicht vollständig, so doch immerhin zum großen Teil—habe ich mich, hauptsächlich auf deinen Rat, wieder auf jene Studien konzentriert, die ich stets im Sinne behalten , aber unter dem Drucke der Verhältnisse zeitweilig vernachlässigt hatte. Ja, geraume Zeit hatte ich sie ganz unterbrechen müssen; jetzt konnte ich sie wieder vornehmen, und da nun alle Tätigkeiten, die zur rechten Gestaltung des Lebens gehören, in ihrem Wesen und ihrer Anwendung auf dem Streben nach Erkenntnis , also auf der sogenannten Philosophie beruhen, so nahm ich mir vor, diese in lateinischer Sprache darzustellen. Wohl kann man sie sich mit Hilfe der griechischen Literatur und Gelehrtenwelt aneignen ; aber meine Ansicht ist immer die gewesen, daß man bei uns alles entweder von vorneherein geistvoller angelegt hat als die Griechen konnten, oder, wenn man etwas von ihnen übernahm, etwas besseres daraus gemacht hat: so ging es bei allem, was man überhaupt der Bearbeitung würdig fand. (2) Sitten und Lebenseinrichtungen in Haus und Familie führen wir besser und glänzender durch; den Staat haben unsre Vorfahren wirklich mit besseren Gesetzen und Bestimmungen organisiert. Vollends das Heerwesen!<PageTurn NumberingType="Arabic" Number="18"><BibItemIdentifier Catalog="ILIAS" Entry="A1"/></PageTurn>Da haben unsre Landsleute schon viel durch ihre angeborene Tüchtigkeit, aber noch erheblich mehr durch ihre ausdauernde Arbeit geleistet. Was sie durch ihre bloße Naturanlage ohne Unterricht gewonnen haben, darin kann sich weder Griechenland noch sonst eine Nation mit ihnen vergleichen. Denn wo gab es jemals so hohen sittliche Ernst, solche Charakterfestigkeit und Seelengröße, Rechtschaffenheit und Treue, so ausgezeichnete Begabung auf allen Gebieten, das ein Vergleich mit unsern Vorfahren möglich wäre? (3) Nur an Gelehrsamkeit und in allen Fächer der Literatur war uns Griechenland überlegen; das war ein leichter Sieg, weil wir keinen Widerstand leisteten; denn während bei den Griechen ein Bildungszweig, die Poesie, bereits in Urzeiten gepflegt wurde—lebten doch Homeros und Hesiodos noch vor der Gründung Roms, Archilochos zur Zeit des Königs Romulus--so ist zu uns die Poesie erst später gedrungen. Etwa 510 Jahre nach der Gründung Roms führte Livius zum ersten mal ein Drama auf; es war unter den Konsuln Gaius Claudius, dem Sohn des Caecus, und Marcus Tubitanus, ein Jahr vor der Geburt des Ennius; (11) recht spät also wurden bei uns Dichter bekannt oder aufgenommen. Allerdings steht in den „ Geschichten aus alter Zeit“ zu lesen, daß bei Gelagen einzelne Gäste Gesänge mit Flötenbegleitung zur Feier bedeutender Menschen vorzutragen pflegten; daß aber diese Art damals keine Achtung genoß, geht aus der Rede Catos hervor, in der er dem Marcus Robilior vorwarf , es wäre eine Schande, daß er Dichter in seine Provinz mitgenommen hätte: er hatte nämlich als Konsul auf seinem Zuge nach Aetolien bekanntlich den Ennius in seiner Begleitung. Der geringen Achtung, die man den Dichtern erwies, entsprach das geringe Interesse für die Poesie; wenn aber wirklich große Geister auftraten, so standensie hinter den berühmten Griechen auf ihrem Gebiet keineswegs zurück. (4) Hätte der hoch vornehme Fabius, der sich auch mit Malerei beschäftigte, da-<PageTurn NumberingType="Arabic"><BibItemIdentifier Catalog="ILIAS" Entry="A1"/></PageTurn>für Anerkennung gefunden, gewiß wäre auch bei uns gar mancher Polykleitos und Parhafios erstanden! Der Beifall ernährt die Künste, und alle werden durch den Gedanken an Ruhm zum Kunsteifer entflammt; dagegen liegt alles darnieder, was in dem betreffenden Kreise Mißbilligung erfährt. Höchste Bildung sahen die Griechen in Gesang und Saitenspiel; daher soll auch Epameinondas, meiner Ansicht nach der bewundernswerteste Mann von ganz Griechenland, vorzüglich musiziert haben, während einige Generationen früher Themistokles, der in einer Gesellschaft zum Spielen aufgefordert wurde und die dargebotene Lyra zurückwies, daraufhin für etwas ungebildet erklärt wurde.<Footnote Creator="Editor">Mein lieber Krockeschinsky</Footnote> So blühte die Musik in Griechenland; jedermann lernte sie, und wer sich nicht darauf verstand, der galt für mangelhaft gebildet. (5) In hohem Ansehen stand bei ihnen auch die Geometrie, und daher besaßen die Mathematiker eine glänzende Stellung; wir dagegen haben den Betrieb dieser Wissenschaft durch die bloße Rücksicht auf den praktischen Nutzen des Messens und Rechnens eingeschränkt. (III) Was sich schnell bei uns eingebürgert hat, ist die Beredsamkeit, zunächst noch ohne höhere Kunst , aber immerhin bereits wirksam, dann aber auch kunstvoll ; denn Galba, Africanus und Laelius sollen bereits theoretische Bildung besessen, und Cato, der früher lebte als sie, soll schon diese Studien begonnen haben; später aber traten Lepibus, Carbo, die Graechen auf, und von da an bis auf unsere Zeit erschienen so bedeutende Männer, daß wir auf diesem Gebiete den Griechen wenig oder nichts nachgeben. Die Philosophie aber hat bis auf unsre Tage daniedergelegen und noch keinerlei glänzende Darstellung in der lateinischen Literatur erhalten; sie müssen wir erklären und verbreiten, um jetztin der Muße des Privatlebens unsern Mitbürgern nach Kräften zu nützen,  wie wir es einst in der Arbeit der Amtsgeschäfte getan haben. (6) Darauf müssen wir um so größere Mühe verwenden,</Paragraph><BibItemIdentifier Entry="A1" Catalog="ILIAS"/></PageContent></PageObject></StructureObject><Bibliography version="1.2" author="Cicero" created="33"><BibItem Type="book" Label="none"><Identifier Catalog="ILIAS" Entry="A1"/><Language Language="de"/><Booktitle Language="de">Gespräche in Tusculum</Booktitle><Edition>4.Aufl.</Edition><HowPublished Type="Print"/><Publisher>Friedrich Spiro</Publisher><Year>1908</Year><ISBN>12345678</ISBN></BibItem></Bibliography></ContentObject>
